Eichstädts typografische Gedichte

Die Autobahn der Lust
Ostzone
Geständnis
1968
Sonntag
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1998
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Naturkatatastrophe

Nach endlosen promille-diktierten, heftigen internen Streitereien haben sich Eichstädt & Uhrner nun bereit erkärt, dieses Werk einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Eichstädt vertritt zwar nach wie vor die Auffassung, dass diese Online-Version nicht im entferntesten der typografischen Schlichtheit des gebundenen Werkes gerecht wird (“sie haben mir mein Buch verstümmelt”), Uhrner dagegen sieht die Macht des geschriebenen Wortes durchaus auch in diesem Medium, bezeichnet die Online-Präsenz der typografischen Gedichte sogar als Befreiungsschlag der bisher auf blasses Papier gepressten Daten in die multimediale Wirklichkeit, eine Explosion bunter Farben in die Sinne der Leser, die Implosion der Daten per se (in sich selbst); das Schlüpfen ins Netz, dem Uterus des Universums, wo sie sich verlieren, endlos, einsame Buchstaben, wie bunte kleine Aliens, Spermien des Alls, geladen mit Wissen, Wissenden und Gewusstem, Längst Vergessenem, aber immer Wiederkehrendem. Als Ganzes.

Bereits mit zwei Jahren schuf Eichstädt ihr erstes großes literarisches   Werk, eine Abhandlung über Sitte und Unsitte geistig-moralischer Verwerflichkeiten innerhalb und außerhalb prähomophiler und extraordinärer Rekonvaleszenzen der menschlichen Existenz auf metaphysischer Ebene, vor dem Hintergrund transzendaler Einflüsse ethnischer Bevölkerungsgruppen. Das Werk schrieb sie fließend in 26 nicht mehr gesprochenen altrussichen Dialekten. Mit 4 Jahren begann sie dann die Arbeit an ihren mittlerweile weltberühmten dreizehn typografischen Gedichten, die hier nun also erstmals auszugsweise im Internet veröffentlicht werden. Anschließend legte sie eine nun bereits 40 Jahre andauernde kreative Schaffenspause ein.

Uhrners mittlerweile als legendär gelobten, feinsinnigen Interpretationen dürfen selbstverständlich nicht fehlen, führen sie uns doch mit Quantensprüngen in den Kern des Wissens (core of knowledge), das Herz des Wesens (heart of the matter) von Eichstädt, dem letzten großen Dichter der dödelistischen Epoche (dodelistic poetry), der mit kraftvoller Sinnentleerung (sense and sensibility) Worte (words) und Emotionen (emotions) in ein fettes Bündel Wollust (woollust, in some regions also wanderlust) schnürt, ohne Rücksicht auf etwaige Jugendgefährdung (le jeune cochon). Eichstädt ist der Held der heutigen Welt und Uhrner der einzige, der ihn wirklich versteht. Sein solitary friend. Groß, dick und dumm.