Ostern

Während Du schliefst
habe ich mich an den
Computer gesetzt

und Buchstaben gequält

Während Du schliefst
habe ich alle Türen geöffnet
und den Boden mit

nackten Füßen zerquetscht

Während Du schliefst

habe

Ich
gelebt

Mit diesem Werk wagt sich Eichstädt an ein ungemein heikles Thema unserer Gegenwart. Eichstädt spricht offen aus, was wir alle nicht wagen zu denken. Der direkte Affront. Ostern. Eierzeit. Hasenzeit. Die gestörte Kommunikation zwischen Mensch und Tier. Während der Hase zum wiederholten Mal provokativ und primitiv im Bett schläft, muss der Mensch weichen. Ja, er muss sich einen anderen Platz in der Gesellschaft suchen. Das ökologische Gleichgewicht gestört. Zukunftsvision – oder brutale Wirklichkeit? Der Mensch als Sklave, als Diener. Untergeben, schwach, hilflos. Doch Eichstädt lässt sich und uns nicht unterkriegen. Mutig, ja radikal stürzt sie sich an den Computer. Schreibt an den Weihnachtsmann. Ein offener Brief. Für sich. Für uns alle. Nein, nein, mein Freund Harvey, während Du schliefst, habe ich die Botschaft gesendet: Einen moosgrünen Wollpullover mit ganz langen Ärmeln. Zwei Paar warme weiße Socken. Und einen bunten Teller mit viel Marzipan und Eierlikörkugeln.